„Während dem Projekt viel gelernt, darauf können wir aufbauen!“

3. Erfahrungsaustausch im Projekt „Jugend-und Feuerwehr auf Inklusionskurs“

Anfang November veranstalte die Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz im Landesjugendbüro in Koblenz, im Rahmen des Projektes „Jugend-und Feuerwehr auf Inklusionskurs“, bereits zum dritten Mal einen Erfahrungsaustausch mit Teilnehmern aus den Modellstandorten. Bei den Modellstandorten handelt es sich um ausgewählte Kreisjugendfeuerwehren aus Rheinland-Pfalz.

Inklusionsprojekt der Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz
Seit April 2014 fokussiert die Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz im Rahmen eines Projektes gezielt das Thema „Inklusion“. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Frau Ministerpräsidentin Dreyer und wird von der Aktion Mensch gefördert. Ziel ist es, die Jugendfeuerwehren für Menschen mit Beeinträchtigung zu öffnen und die Möglichkeit der Teilhabe zu erleichtern. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und endet im April 2017. Ein Grundstein des Projektes ist die „Inklusionspatenausbildung“ und die Weiterentwicklung der Jugendfeuerwehren in Form eines Coachings an den Modellstandorten. Zu Anfang des Projektes konnten sich alle Kreis-und Stadtjugendfeuerwehren in Rheinland-Pfalz für das zweijährige Coaching bewerben. Ausgewählt wurden die Modellstandorte (Kreise): Cochem-Zell, Mayen-Koblenz in Kooperation mit Neuwied und Alzey-Worms in Kooperation mit dem Kreis Kaiserslautern. Die Inklusionspatenausbildung wurde bereits dreimal erfolgreich durchgeführt und erreichte 31 Jugendliche und 15 Betreuer.

Vorstellung der Ausarbeitung " Verbandsarbeit zum Thema Inklusion"
Vorstellung der erarbeiteten Ergebnisse – „Was muss bei der Verbandsarbeit zum Thema Inklusion beachtet werden?“

Im November 2016 trafen sich die Jugendfeuerwehren (Jugendliche und Betreuende) aus den teilnehmenden Landkreisen zu einem Austausch. Hier berichteten die Teilnehmer über ihre Erfahrungen im Projekt bei der Jugendarbeit vor Ort und diskutierten mögliche Strategien und Lösungsansätze für anfallende „Barrieren“. So beschreiben wir Hindernisse, welche eine gelungene Inklusion verhindern könnten. Eine Barriere im Projekt ist zum Beispiel, dass bei vielen Führungskräften in der Feuerwehr Unklarheiten bestehen, ob und wie Menschen mit Beeinträchtigung in der Feuerwehr eingesetzt werden können.

Ein Teil der Teilnehmer beschäftigte sich mit dem Thema „Übergang von der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr“, besonders im Hinblick auf Menschen mit Beeinträchtigung. Hier wurden verschiedene Vorgehensweisen besprochen und auf ihre Umsetzbarkeit überprüft. Das „Patenmodell“ hat sich in der Praxis bewährt. Der Jugendliche hat in der Übergangszeit und darüber hinaus einen festen Ansprechpartner, der ihn bei Übungen der aktiven Wehr unterstützt und ihm hilft sich „zurecht zu finden“.

„Welche Erfahrungen hast du zum Thema Inklusion gesammelt?“-Die Teilnehmer im Erfahrungsaustausch

Die Teilnehmer des Erfahrungsaustausches sammelten Ideen und Vorschläge für die Weiterentwicklung des Projektes, denn der Inklusionsgedanke soll auch nach Beendigung der Projektlaufzeit weitergeführt werden.

Die Bilanz am Ende des Tages: „Wir haben während des Projektes viel gelernt, darauf können wir aufbauen. Insbesondere uns Betreuern fällt es nun leichter, auf Jugendliche einzugehen und „Konflikt-Situationen“ früher zu erkennen und diesen entgegen zu wirken. Auch die Jugendlichen untereinander achten vermehrt darauf, jedes Jugendfeuerwehrmitglied mit einzubeziehen und gemeinsame Lösungen bei „Problemen“ zu entwickeln“, so das Fazit eines Betreuers.

 

Text und Fotos: Christopher Zill – JF RLP